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Eisangeln

Eisangeln in Finnland – Der ultimative Guide

Minus 15 Grad. Ein kleines Loch im Eis. Eine dünne Schnur, die ins Dunkle führt. Und diese eigenartige Stille, die man nur auf einem zugefrorenen See kennt – kurz bevor die Rute zuckt. 

Eisangeln ist in Finnland keine Nischenbeschäftigung. Es ist Nationalkultur. Über eine Million Finnen gehen regelmäßig Eisfischen – auf dem Stadtteich, auf abgelegenen Wildnisgewässern in Lappland oder auf dem zugefrorenen Inarisee beim Licht der Polarlichter. Wenn du es einmal probiert hast, verstehst du warum. 

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Von FISHERMANSLODGE

6. Mai 2026


Wann ist die Eissaison in Finnland? 

 
Die Eissaison ist naturgemäß vom Wetter abhängig und variiert daher je nach Region in Finnland: 

Südfinnland (Helsinki, Tampere): Dezember bis März, je nach Kälteverlauf teilweise auch kürzer. 

Mittelfinnland (Saimaa, Päijänne): November bis April. Der Saimaa-See ist aufgrund seiner Größe oft ungleichmäßig zugefroren – daher sollten lokale Eisdicken regelmäßig überprüft werden. 

Lappland (Inarisee, Rovaniemi): Oktober bis Mai. Hier ist die Eissaison am längsten und die Eisqualität in der Regel am zuverlässigsten. 

Tipp für Lappland: Besonders die Monate ab März sind sehr empfehlenswert, da die Tage bereits deutlich länger sind und die Temperaturen nicht mehr ganz so extrem frostig ausfallen. 

Sicherheitsregel: Frisch gebildetes Eis sollte mindestens 5 cm dick sein, um sicher begehbar zu sein. Für Motorschlitten werden etwa 20–25 cm benötigt, für Autos 30 cm oder mehr. Im Zweifel sollte immer vor Ort die aktuelle Eisdicke geprüft werden.

EisangelzanderEisangelzander

Was beißt beim Eisfischen? 

Beim Eisangeln kannst du grundsätzlich die gleichen Fischarten fangen wie im Sommer. Allerdings gibt es einige Arten, die im Winter deutlich aktiver sind als andere: 

Barsch: Der Klassiker unter den Eisfischen. Barsche sind im Winter sehr aktiv, sammeln sich oft in großen Schwärmen und beißen zuverlässig. Ideal für Einsteiger. Gefangen werden sie meist mit kleinen Jigs oder Blättchenblinkern in 2–10 Metern Tiefe. 

Zander: Etwas anspruchsvoller, aber sehr lohnend. Geangelt wird meist vertikal mit Jigs direkt über dem Grund in 5–15 Metern Tiefe. Besonders in der Dämmerung und nachts ist der Zander aktiv. Ein Echolot ist beim Eisangeln auf Zander sehr hilfreich. 

Hecht: Im Winter eher träger, aber weiterhin gut fangbar. Häufig werden lebende Köderfische oder große Eisjigs verwendet. Hechte halten sich meist in tieferen Bereichen auf, ziehen jedoch morgens und abends in flachere Zonen zum Jagen. 

Quappe: Ein echter Winterfisch. Während viele andere Arten in der kalten Jahreszeit ruhiger werden, ist die Quappe besonders aktiv. Gefangen wird sie vor allem mit kleinen Köderfischen am Grund. 

Äsche: Besonders in Lappland verbreitet. Sie ist im Winter sehr aktiv und gilt als hochwertiger Winterfang. Kleine Blinker oder leichte Jigs in strömungsnahen Bereichen sind hier effektiv. 

Saibling: Vor allem im Inarisee ein begehrter Fang. Er hält sich meist in tieferem Wasser (15–30 m) auf und reagiert gut auf kleine Blinker. Einer der edelsten Winterfische Lapplands. 

Felchen (Maräne): Ein traditioneller Winterfisch, besonders im Saimaa-Gebiet. Gefangen wird er mit sehr leichten Blinkern oder kleinen Kunstfliegen. Die Maränenfischerei unter dem Eis hat am Saimaa eine lange Tradition.

Die besten Regionen für Eisfischen in Finnland 

Grundsätzlich ist Eisangeln in Finnland nahezu überall möglich, sofern das Eis ausreichend dick und tragfähig ist. Entscheidend sind immer die lokalen Bedingungen und Sicherheitsprüfungen vor Ort. 

Lappland (Inarisee, Kilpisjärvi, Enontekiö): Das Mekka des Eisfischens. Hier ist die Eissaison am längsten und die Eisqualität besonders zuverlässig. Die Landschaft mit Polarlichtern und endlosen Schneeflächen macht das Erlebnis einzigartig. Viele abgelegene Spots werden mit dem Schneemobil erreicht. Hauptzielarten sind Saibling und Äsche. 

Saimaa-Seenplatte: Ein Top-Gebiet für Zander, Barsch und den seltenen Saimaa-Ringelrobben-Lachs (lokale Spezialität im Ökosystem). Besonders beliebt sind geführte Eisangeltouren, oft kombiniert mit warmen Getränken und traditionellem Maränenfang – einer jahrhundertealten Fischereitradition in der Region. 

Tampere-Region: Ideal für Einsteiger ins Eisfischen. Hier trifft gute Erreichbarkeit auf sehr produktive Gewässer. Zander und Hecht stehen im Fokus. Besonders attraktiv ist die Kombination aus Naturerlebnis am Morgen und Stadtleben am Nachmittag. 

Kuusamo (Ruka): Perfekt für die Kombination aus Wintersport und Eisangeln. In den umliegenden Seen lassen sich vor allem Barsch und Felchen gut fangen. Besonders geeignet für Familien und gemischte Reisegruppen, die verschiedene Winteraktivitäten verbinden möchten. 

Ausrüstung: Was man braucht 

Grundsätzlich sollte das Equipment immer der Angelmethode angepasst werden – das gilt besonders beim Eisangeln. Eine 240 cm lange Spinnrute ist am Eisloch eher unhandlich, und auch das Eisbohren sollte bei dieser Methode nicht unterschätzt werden. Vor allem der Schutz vor eisigen Temperaturen ist entscheidend: Sowohl die Kleidung als auch die Sitzgelegenheit bzw. der Untergrund sollten die Kälte über längere Zeit zuverlässig abhalten. 

Eisangelausrüstung: Eisangelruten sind kurz (ca. 25–50 cm), leicht und besitzen eine sehr sensible Spitze, um Bisse auch unter der Eisdecke zuverlässig zu erkennen. 

Eisbohrer: Für Gelegenheitsangler reicht ein manueller Eisbohrer aus. Wer häufiger unterwegs ist, greift besser zu einem motorisierten Bohrer, um Zeit und Kraft zu sparen. 

Sitzmöglichkeit: Geeignet sind einfache Eimer, klappbare Stühle oder spezielle Eisangelzelte für längere Sessions. Viele Finnen nutzen zusätzlich Rentierfelle zur Isolierung gegen die Kälte. Diese bieten nicht nur Schutz vor dem eisigen Untergrund, sondern ermöglichen es auch, sich flach aufs Eis zu legen und direkt durch das Loch ins Wasser zu schauen. 

Kleidung: Wasserfeste Winterstiefel (mindestens bis -30 °C ausgelegt), warme Mehrschichtkleidung, wasserdichte Handschuhe sowie Mütze und Schal sind Pflicht. Auf dem Eis ist es deutlich kälter als in der Stadt, und die Kälte wird oft unterschätzt. 

Sicherheit: Wer beim Eisangeln ins Eis einbricht, befindet sich in einer lebensgefährlichen Situation. Die extrem niedrigen Wassertemperaturen machen es schwer, sich selbst zu retten. Deshalb werden häufig Eispickel getragen, die um den Hals befestigt sind. Im Notfall lassen sie sich ins Eis schlagen, um sich daran wieder herauszuziehen. 

Zusätzliche Ausrüstung: Ein Echolot sowie ein Eisschöpfer sind sehr hilfreich, um den Angelplatz effizient zu nutzen. 

Wichtig: In Finnland kann nahezu die gesamte Ausrüstung vor Ort ausgeliehen oder gekauft werden. Viele Guides stellen das komplette Equipment zur Verfügung. Wer das Eisangeln nur ausprobieren möchte, muss also keine teure Spezialausrüstung anschaffen. 

Einsangeln AusrüstungEinsangeln Ausrüstung

Angelschein beim Eisfischen 

Gute Nachricht: Eisfischen nach dem Jedermannsrecht ist in Finnland kostenlos und ohne Schein erlaubt. Wer spezielle Jigs und Blättchenblinker mit beweglichen Teilen einsetzt, benötigt die staatliche Fischereiabgabe. Einfaches Angeln (mit Pose und Haken) ist wie immer kostenlos. 

Eisfischen mit Guide oder alleine? 

Für Erstbesucher ist ein lokaler Guide sehr empfehlenswert. Guides kennen die aktuelle Eisdicke, die besten Spots je nach Jahreszeit und stellen in der Regel die komplette Ausrüstung zur Verfügung. 

Viele Anbieter organisieren auch Halbtagstouren oder geführte Eisangeln-Events für Gäste – oft inklusive heißem Kaffee und Grillwurst direkt auf dem Eis. So wird das Eisfischen nicht nur sicherer, sondern auch zu einem authentischen Naturerlebnis. 

Unterkunft & Anreise 

Für Eisfischtouren in Lappland empfiehlt sich ein Direktflug nach Rovaniemi oder Ivalo. Von dort aus geht es weiter per Mietwagen oder Shuttle zur Unterkunft. Viele abgelegene Lodges sind nur eingeschränkt öffentlich erreichbar, daher ist eine flexible Weiterreise vor Ort wichtig. 

Für die Saimaa-Region und die Gegend rund um Tampere ist Helsinki der ideale Einstiegspunkt. Von dort aus reist man bequem mit dem Mietwagen weiter in die jeweiligen Angelgebiete. 

Eine frühzeitige Buchung der Winterunterkünfte in Lappland ist dringend zu empfehlen. Besonders gefragte Lodges sind oft bereits Monate im Voraus ausgebucht, da die Saison stark nachgefragt ist und die Kapazitäten in abgelegenen Regionen begrenzt sind. 

Häufig gestellte Fragen (FAQ) 

Brauche ich Erfahrung für Eisfischen? Nein – Eisfischen auf Barsch ist sehr einsteigerfreundlich. Mit Guide kann man an einem halben Tag lernen, was man wissen muss. 

Kann man beim Eisfischen wirklich Lachs fangen? Am Saimaa – ja, selten aber möglich. Am Inarisee und in Lappland sind Saibling und Äsche unter dem Eis sehr realistisch. 

Wann sollte ich eine Eisfischreise nach Finnland planen? Januar und Februar sind für Lappland ideal – beste Eisqualität, meiste Polarlichter, längste Dämmerungen für aktive Fische, ab März dagegen werden die Temperaturen schöner und die Tage länger. Für Saimaa und Tampere sind März und April angenehmer (längere Tage, noch stabiles Eis).