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Coregonus lavaretus

Die Felchen

Ø Gewicht (Siika)0.5 — 2 kgBis 5 kg möglich
Ø Länge30 — 50 cmWanderform bis 65 cm
LaichzeitOkt — Nov4 — 6 °C Wasser
SchutzmaßKeinesRegional verschieden

Finnlands Nationalfisch

Die Felchen (Coregonus lavaretus) ist in Finnland mehr als nur ein Fisch — sie ist ein Stück Nationalidentität. In Finnland heißt sie Siika (große Form) oder Muikku (kleine Form) und kommt in praktisch jedem See und entlang der gesamten Ostseeküste vor.

Die Muikku (Kleine Felchen, Coregonus albula) ist Finnlands kommerziell wichtigster Süßwasserfisch. Geräuchert oder in Butter gebraten ist sie in jedem finnischen Sommermarkt zu finden — und das jährliche Muikkukuningas (Felchenkönig-Wettfischen) auf dem Puruvesi ist eine Institution.

Die große Felchen (Siika) ist dagegen ein anspruchsvoller Sportfisch. Ihr weiches Maul und ihr vorsichtiger Biss machen sie zu einer echten Herausforderung. In Finnland hat sich eine eigene Angeltradition rund um die Felchen entwickelt: Mormyschka-Fischen durch Eislöcher im Winter und federleichtes Nymphen-Fischen im Sommer.

Saisonale Daten

Die Felchen ist ganzjährig aktiv, mit einem Fressmaximum im Spätsommer und Frühherbst — bevor die Laichzeit im Oktober beginnt.

LaichzeitHauptsaisonEisangelnJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Nahrungsspektrum

Die Felchen ist ein Filtrierer und Bodenfresser. Zooplankton und Chironomiden-Larven bilden die Hauptnahrung — das erklärt, warum Mormyschkas so effektiv sind.

Zooplankton (Daphnien, Copepoden)45%
Chironomiden-Larven (Zuckmücken)30%
Eintagsfliegenlarven15%
Detritus & Algen10%

Wachstum nach Alter

Das Wachstum variiert stark zwischen den Formen. Große Felchen (Siika) in nährstoffreichen Seen können deutlich schneller wachsen als diese Durchschnittswerte.

Alter (Jahre)LängeGewichtRelative Größe
110 cm10 g
18%
218 cm50 g
33%
325 cm140 g
45%
430 cm260 g
55%
535 cm420 g
64%
639 cm600 g
71%
845 cm950 g
82%
10+55 cm1.8 kg
100%

Habitat-Anforderungen

Wassertemperatur

8 — 16 °C> 22 °C

Kaltwasser-Art, die im Sommer kühle Tiefenschichten aufsucht. Bevorzugt die Sprungschicht (Thermokline).

Sauerstoff

> 6 mg/L< 4 mg/L

Empfindlich gegenüber Sauerstoffmangel. Wintersterben bei vollständiger Eisbedeckung flacher Seen möglich.

Wasserklarheit

Klar — leicht trübStark eutrophiert

Filtriert Plankton visuell und mit Kiemenreusen. Braucht gute Sichtbedingungen für effiziente Nahrungssuche.

Seengröße

Mittel — großKleine, flache Teiche

Bevorzugt Seen mit ausgeprägter Tiefenstruktur und Temperaturschichtung. Auch in Ostsee-Küstengewässern.

Substrat (Laich)

Kies, Sand, SteineSchlamm

Laicht im Herbst auf hartem Grund in 1 — 5 m Tiefe. Eier überwintern am Boden bis zum Frühjahr.

Nahrungsangebot

Reiche PlanktonproduktionOligotroph (zu nährstoffarm)

Das Wachstum korreliert direkt mit der Plankton-Produktivität. Mesotrophe Seen liefern die besten Größen.

Angeltechniken für die Felchen

Die Felchen hat ein weiches, kleines Maul und beißt extrem vorsichtig. Feine Gerätschaften, dünne Vorfächer und winzige Köder sind Pflicht. In Finnland haben sich zwei Hauptmethoden etabliert, die beide von der finnischen Anglerkultur geprägt sind.

Im Winter ist Mormyschka-Fischen (Mormuska) die Königsdisziplin: Eine winzige, bebleite Kunstfliege wird durch ein Eisloch auf und ab bewegt. Die Bisserkennung erfolgt über eine extrem empfindliche Nickindikatorrute — jede Zuckung des Nickers kann ein Fisch sein.

🧊

Mormyschka (Eis)

Dezember — April

Winzige Bleikopf-Nymphe an sensibler Nickindikatorrute. Die finnische Methode schlechthin für Felchen unter Eis.

🎣

Nymphen (Dropper Rig)

Mai — Oktober

2-3 kleine Nymphen am Seitenarm, unter einer Pose oder Indikator. Chironomiden-Imitate in Gr. 14 — 18.

🪶

Trockenfliege

Juni — August

Wenn Felchen steigen: CDC-Midges und kleine Griffith's Gnats in Gr. 18 — 22. Extrem feines Vorfach (0.08 mm).

🪤

Netzfischerei (kommerziell)

Ganzjährig

Mit Stellnetzen und Zuggarn. Die traditionelle Methode der Berufsfischer — besonders für Muikku.

Wo man in Finnland Felchen fängt

Die Felchen ist in ganz Finnland verbreitet. Diese Gewässer sind für besonders große Exemplare und gute Fangmöglichkeiten bekannt.

Puruvesi (Saimaa)

61.7°N, 29.4°E

Klarster See Finnlands — Felchen-Mekka

Kristallklares Wasser mit Sichtweiten bis 10 m. Hier findet jedes Jahr das legendäre Muikkukuningas-Wettfischen statt. Die Felchen erreichen überdurchschnittliche Größen dank optimalem Nahrungsangebot.

Durchschnittsgröße: Ø 35 — 50 cm (Siika)

Inarijärvi

69.1°N, 27.6°E

Arktische Felchen in Lappland

Finnlands drittgrößter See beherbergt mehrere Felchen-Ökotypen. Die planktivore Form lebt pelagisch im offenen Wasser, während die größere bodenorientierte Form Uferstrukturen bewohnt. Legendär für Mormyschka-Fischen im Frühwinter.

Durchschnittsgröße: Ø 25 — 45 cm

Bottnische Küste (Merenkurkku)

63.5°N, 21.5°E

Wanderfelchen der Ostsee

Die anadromen Wanderfelchen der Bottnischen Bucht erreichen die größten Maße aller finnischen Formen. Sie ziehen im Herbst in die Küstenflüsse und werden dort mit Netzen und Angelgeräten gefangen.

Durchschnittsgröße: Ø 40 — 60 cm, bis 4 kg

Päijänne

61.6°N, 25.5°E

Tiefwasser-Felchen in Zentralfinnland

Der zweitgrößte See Finnlands bietet ideale Bedingungen: tiefes, klares Wasser mit ausgeprägter Thermokline. Felchen stehen hier im Sommer in 8 — 15 m Tiefe. Trolling mit kleinen Wobblern und Mormyschka-Fischen im Winter.

Durchschnittsgröße: Ø 30 — 45 cm
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Finnlands Delikatesse Nr. 1

Die Felchen ist der Speisefisch Finnlands. Ihr zartes, weißes Fleisch mit feinem, nussigem Geschmack wird in zahlreichen traditionellen Zubereitungen serviert:

Savustettu muikku — Heiß geräucherte kleine Felchen am Spieß. DAS finnische Streetfood.
Paistettu muikku — In Roggenpanierung gebratene Muikku mit Kartoffelpüree.
Kalakukko — Traditionelle karelische Fischpastete mit Muikku in Roggenbrotteig.
Loimulohi-Stil — Große Siika-Filets am Birkenholzbrett über offenem Feuer gegart.

Felchen-Roe (Mäti) gilt als finnischer Kaviar und wird pur auf Toast oder Blini mit Sauerrahm und roten Zwiebeln serviert.

Mormyschka-Tipp für Einsteiger

Rute: Spezielle Mormyschka-Rute (25 — 40 cm) mit weichem Nicki (Bissanzeiger-Spitze). In Finnland heißt sie Mormuska-vapa.

Köder: 2 — 4 mm Bleikopf-Nymphe mit rotem oder orangem Punkt. Oft mit einer einzelnen Maden oder Würmchenspitze bestückt.

Technik: Langsam auf und ab bewegen (2 — 3 cm Hub), mit regelmäßigen Pausen. Der Biss zeigt sich als minimales Zucken des Nickis — sofort anschlagen, aber sanft!

Tiefe: Felchen stehen im Winter meist knapp über Grund (0,5 — 1 m darüber). Von unten nach oben suchen.